Warum Müttern oft nur der Weg in die Selbstständigkeit bleibt.

 

Eines vorneweg – nein ich habe keine Kinder. 

Ich wurde allerdings in den letzten Monaten immer wieder mit dem Thema “Vereinbarkeit von Familie und Beruf” konfrontiert und musste hier erschreckendes feststellen.

 

Bisher war ich immer der Meinung, dass in unserem deutschen Sozialstaat unsere Bundesfamilienministerin schon dafür Sorge trägt, dass frisch gebackene Mütter nach der Babypause wieder ohne Probleme in ihren bisherigen Job zurückkehren können.  

Zu diesem Sachverhalt gibt es schließlich vom Bundesministerium auch eine wunderschön gestaltete Broschüre mit dem Namen “Erfolgreich für mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Diese findest du hier.

Aber was soll ich sagen – ich wurde eines Besseren belehrt. 

Was ist aber nun mit all den schönen Werbephrasen der Politiker und Arbeitgeber: “Wir unterstützen Sie bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf?”

Anfang 2019 habe ich mich neben meiner Beschäftigung bei einer großen gesetzlichen Krankenkasse als virtuelle Assistentin selbstständig gemacht.

 

Seither konnte ich viele tolle virtuelle Assistenten und Assistentinnen kennenlernen, die voller Motivation und mit geballter Kompetenz Ihre Selbstständigkeit leben und lieben.

 

Allerdings habe ich mir nie wirklich darüber Gedanken gemacht, warum das Berufsbild der virtuellen Assistenten überwiegend weiblich geprägt ist. Ich dachte mir immer, das sind Powerfrauen, die ein selbstbestimmteres Leben führen möchten und sich daher für die Selbstständigkeit entschieden haben.

 

Ja es sind definitiv Powerfrauen und ich ziehe vor Ihnen meinen Hut!

 

Denn Sie haben nicht nur ihr Business, sondern auch oftmals noch Familie und Haushalt am Laufen zu halten.

 

 

Warum also entscheiden sich viele Frauen nach der Elternzeit für eine Selbstständigkeit? 

Ganz einfach – weil ihnen oftmals keine andere Wahl bleibt!

Du fragst dich jetzt bestimmt: Warum sollten diese Frauen keine andere Wahl gehabt haben? 

Ich habe Frauen kennengelernt, die vor der Geburt ihres Kindes in gehobenen Führungspositionen beschäftigt waren.

Ihr Beruf war Ihre Passion – ihre Leidenschaft – und 50 bis 70 Stunden in der Woche keine Seltenheit.

Sie haben ihren Beruf gelebt und geliebt und ihrem Arbeitgeber damit jahrelang super Dienste erwiesen und den Laden am Laufen gehalten.

 

Was passierte aber nach der Elternzeit?

Diese Top-Arbeitskräfte, wurden von ihren “doch so familienfreundlichen Arbeitgebern” vor die Wahl gestellt: 

  • Entweder wieder Vollzeit auf den alten Arbeitsplatz zurück zu kehren und weiterhin – Familie/Kind hin oder her – wieder 50 bis 70 Stunden zu arbeiten,

oder 

  • in Teilzeit auf einen “normalen” Sachbearbeiter-Arbeitsplatz” zu wechseln.

 

Somit blieb diesen Frauen nur die Wahl zwischen:

 

  • Mein Kind kennt Ihre Kita-Betreuerin besser als mich und spricht sie inzwischen mit “Mama” an

oder 

  • Ich gebe mich damit zufrieden, nie wieder eine Führungsposition in der Firma innehaben zu können und zu hoffen, dass mir in den nächsten Jahren vor lauter Unterforderung und Langeweile nicht irgendwann der Kopf auf die Bürotischplatte knallt, weil ich eingeschlafen bin…

 

Das ist also bei uns in Deutschland die große Vereinbarkeit von Familie und Beruf? 

 

Viele Frauen, die sich damit nicht abfinden möchten und ihr Potential erkennen, starten daher in der Elternzeit den Schritt in die Selbstständigkeit.

 

Die Elternzeit bietet dafür eine gute Grundlage.

 

Vorteile beim Start der Selbstständigkeit während der Elternzeit:

Aufgrund des vorher bestehenden Angestelltenverhältnisses bleibt die Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung in der Regel kostenfrei fortbestehen.

 

Wichtig hierbei ist lediglich zu beachten, dass die wöchentliche Stundenzahl für die selbstständige Tätigkeit bei maximal 20 Stunden liegt.

 

Du darfst zwar während der Elternzeit maximal 30 Stunden in der Woche einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen, die gesetzlichen Krankenkassen sehen eine selbstständige Tätigkeit allerdings unter bestimmten Umständen ab 20 Stunden in der Woche als hauptberufliche Tätigkeit an.

Weitere Info`s zum Thema selbstständige Tätigkeit und Angestelltenverhätnis findest du in diesem Blogartikel.

 

Beziehst du noch Elterngeld, wird allerdings das zusätzliche Einkommen aus der Selbstständigkeit auf das Elterngeld angerechnet.

 

Du bist unter Berücksichtigung der maximalen Wochenstunden weiterhin kostenfrei über deine gesetzliche Krankenversicherung versichert und hast daher gut kalkulierbare Kosten.  

Zwei Powerfrauen plaudern aus dem Nähkästchen

Ich durfte zwei dieser Powerfrauen näher kennenlernen.

Stephanie Schmid und Lena Rauch

Sie berichten dir ihre Erfahrungen zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf und erklären ihre Gründen für den Start in die Selbstständigkeit.

Stephi Schmid – virtuelle Assistentin mit Spezialisierung auf Podcast-Service und Businessmanagement

https://stephanieschmid.de

 

Im Anschluss an mein Studium habe ich mehrere Jahre in der Organisationsentwicklung eines Finanzdienstleisters, direkt dem Vorstand unterstellt, gearbeitet. Ich habe meinen Job –  die Abwechslung, die Herausforderung und die Zusammenarbeit mit allen Bereichen des Unternehmens geliebt.

 

Überstunden waren keine Seltenheit, aber für mich auch keine Belastung.

In meiner Elternzeit wurde mir leider sehr schnell klar, dass ich nicht wieder zurück in meinen Job kann, es hätte niemand Rücksicht auf meine reduzierte Arbeitszeit genommen.

Als Alternative wurde mir eine Stelle in der Sachbearbeitung mit täglich wiederkehrender Arbeit von 8:00 – 13:00 Uhr vorgeschlagen. Mehr wurde mir leider nicht angeboten.

Allerdings hätten dann mein Mann und ich unseren Urlaub so aufteilen müssen, dass wir kaum gleichzeitig Urlaub nehmen hätten können, um die Schließzeiten des Kindergartens und der Krippe abzudecken. Leider ist das so gar nicht meins. Somit musste eine Alternative her.

Also recherchierte ich und kam schnell auf den Begriff „virtuelle Assistenz“. Hörte sich gut an, aber Selbstständigkeit?

 

Schaffe ich das, mit zwei kleinen Kindern?

Mit einem kleinen Tritt meines Mannes habe ich mich dann dazu entschlossen, die restliche Elternzeit (1,5 Jahre) zu nutzen, um mich selbstständig zu machen.

Was soll ich sagen?

 

Nach nun fast einem Jahr die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.

Ich kann der Arbeit nachgehen, die ich liebe, die Kunden betreuen, bei denen die Chemie passt und für mich das aller wichtigste: Ich bin zuhause, wenn meine Kinder nicht in die Krippe oder den Kindergarten können.

Die liegengebliebene Arbeit erledige ich dann abends oder am Wochenende. Ich kann die Ferien mit meinen Kunden abstimmen und rechtzeitig planen. Ich schaffe durch ein bisschen Organisation die perfekte Vereinbarkeit von Familie und Job für mich.

Eine Rückkehr ins Angestelltenverhältnis kommt für mich derzeit nicht in Frage. Die gewonnene Freiheit und Flexibilität sind für mich als Mama von 2 Kindern gerade unglaublich wichtig. 

Als Tipp für andere Mamas kann ich nur sagen: Traut euch! Findet für euch den richtigen Weg. 

Lena Rauch – virtuelle Assistentin im Bereich Online Marketing.

https://www.lenarauch.de/

In meinem Job als (stellvertretende) Teamleitung bei einem IT Dienstleister ist Flexibilität, 24/7 Einsatz (nicht immer aber kommt durchaus vor) und viel Präsenz vor Ort wichtig.

Als Mutter mit zeitlich begrenzter Kinderbetreuung und vor allem dem Wunsch, mein Kind nicht nur von der Kita abzuholen und dann ins Bett zu bringen, war schnell klar, dass ich diese Position nach der Elternzeit nicht mehr ausfüllen kann und möchte.

Ich habe mich also mit meinem Arbeitgeber abgesprochen und das Thema Selbstständigkeit zur Sprache gebracht. Dort war man begeistert von der Idee und fand das auch als buchbare Leistung durchaus interessant. Auch von Kollegen habe ich durchweg positive Reaktionen erhalten, worüber ich sehr froh bin.

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine Vereinbarung, wie es nach der Elternzeit weitergehen soll.

Durch die Erfahrung mit meiner Selbstständigkeit scheint sich aber im Gedankengang meiner Vorgesetzten etwas verändert zu haben. Sie haben gesehen, dass ich auch als Mutter (aktuell ohne Kinderbetreuung) etwas großartiges auf die Beine stellen kann.

Somit stehen die Chancen für eine gute Stelle nach der Elternzeit allgemein nicht schlecht, der Bedarf zeigt sich dann zum Zeitpunkt meines Wiedereinstiegs.

Wäre das ohne meinen Schritt in die Selbstständigkeit auch so gewesen? Ich bezweifle es stark. 

Ich bin sehr glücklich darüber, diesen Schritt getan zu haben!

Ich habe mir selbst etwas aufgebaut, auf das ich sehr stolz bin, das mit ein regelmäßiges Einkommen auch ohne Elterngeld beschert und ich so volle drei Jahre bei meinem Kind bleiben kann, ohne ihn vorzeitig in eine Betreuung geben zu müssen. Diese Zeit kommt schließlich nicht wieder, ein Job aber bestimmt 😉

Allen (werdenden) Müttern, die auch vor schwierigen beruflichen Situationen durch ihre Elternzeit stehen möchte ich den Tipp geben, wenn eine Selbstständigkeit in Frage kommt, es auch auf jeden Fall anzugehen!

Was kann im schlimmsten Fall schief gehen? Es klappt nicht. Dann bleibt nach der Elternzeit immer noch der Schritt zurück in eine Anstellung.

Dieses Sicherheitsnetz nimmt viel psychischen Druck raus und spart Energie, die voll und ganz in den Business-Aufbau investiert werden kann.

Also: nicht zu viel drüber grübeln und zweifeln – einfach machen. Kann ja gut werden 😉

 

Wer bin ich?

Hey, mein Name ist Elisabeth Frisch und ich bin DIE Unterstützung für DEIN Business!

Ich unterstütze Dich als Dein Heinzel(männchen)frauchen und helfe Dir da wo der Schuh drückt.